
„SEDIMENT“: AUGMENTED REALITY AN DER KÖ
Kunstprojekt von Sophie Erlund ist ein Jahr zugänglich
02.10.2026
Die Königsallee wird zum Schauplatz eines besonderen Kunstprojekts: Mit „SEDIMENT“ von Sophie Erlund ist am 2. Oktober 2026 das erste von zwei Gewinnerprojekten des neuen Wettbewerbs für XR-Kunst im öffentlichen Raum der Kunstkommission Düsseldorf eröffnet worden. Die Arbeit verbindet eine physische Skulptur mit Augmented Reality und erweitert den bekannten Stadtraum um eine digitale Ebene.
Begleitet wurde die Eröffnung auf der Bastionsbrücke von einem Artist Talk mit der Künstlerin. „SEDIMENT“ bleibt anschließend rund ein Jahr an der Königsallee zugänglich.

Skulptur als Zugang zur digitalen Landschaft
Im Mittelpunkt des Projekts steht eine rund 1,20 Meter hohe Skulptur aus pigmentiertem Gussbeton, die mittig auf der Bastionsbrücke installiert wurde. In die Oberfläche sind verschiedene Fundobjekte eingelassen. Sie machen die unterschiedlichen materiellen Schichten der Arbeit sichtbar und verweisen bereits auf das zentrale Thema von „SEDIMENT“: die Spuren, die eine Gesellschaft hinterlässt.
Eine in die Skulptur integrierte QR-Code-Plakette bildet die Verbindung zur digitalen Welt. Wer den Code mit dem eigenen Smartphone scannt, kann eine etwa 30 mal 30 Meter große Augmented-Reality-Landschaft erkunden.
Dabei verändert sich der Blick auf den vertrauten Ort: Auf dem Smartphone erscheint dort, wo sich in der Realität der Kö-Graben befindet, eine digital konstruierte Schlucht. Die in Pastelltönen gestaltete Landschaft erinnert an ein ausgetrocknetes Flussbett oder einen geologischen Schnitt. Zwischen den Sedimentschichten finden sich Alltagsgegenstände, technologische Fragmente und weitere Fundstücke.
Die Gegenwart als archäologische Spur
Die digitalen Objekte stammen sowohl aus dem persönlichen Archiv der Künstlerin als auch aus Düsseldorf. In der virtuellen Landschaft erscheinen sie wie archäologische Funde aus einer möglichen Zukunft. Dadurch stellt „SEDIMENT“ die Frage, welche materiellen, technologischen und ökologischen Spuren die heutige Gesellschaft hinterlässt – und wie diese aus einer späteren Perspektive gelesen werden könnten.
Der Standort an der Königsallee ist dabei bewusst Teil des künstlerischen Konzepts. Zwischen Geschäften, Gastronomie, Architektur und dem öffentlichen Raum treffen hier unterschiedliche Formen von Konsum, Repräsentation und gesellschaftlichem Leben aufeinander. Erlund überlagert diesen vertrauten Ort mit einer spekulativen Zukunftsperspektive.
Skulptur, digitale Landschaft und realer Stadtraum werden so zu drei miteinander verbundenen Ebenen eines Kunstwerks. Besucherinnen und Besucher können die Arbeit zunächst als Objekt im öffentlichen Raum wahrnehmen und anschließend mit dem Smartphone eine zusätzliche, nur digital sichtbare Landschaft entdecken.

Neues Format für Kunst im öffentlichen Raum
Mit dem Wettbewerb für XR-Formate erprobt die Kunstkommission Düsseldorf neue Möglichkeiten für Kunst zwischen physischem und digitalem Raum. XR steht für „Extended Reality“ und umfasst Technologien wie Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality.
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht dabei nicht die Technologie selbst. Gesucht wurden vielmehr eigenständige künstlerische Arbeiten, die digitale Möglichkeiten mit einem konkreten, öffentlich zugänglichen Ort in Düsseldorf verbinden und dadurch neue Perspektiven auf den Stadtraum eröffnen. Der Wettbewerb wurde seit 2023 gemeinsam mit dem MIREVI Lab der Hochschule Düsseldorf entwickelt.