
ROSENMONTAG AUF DER KÖNIGSALLEE
700.000 feierten beim Rosenmontagszug in Düsseldorf
17.02.2026
Rund 700.000 Jecken bejubelten nach Angaben des Comitee Düsseldorfer Carneval e. V. (CC) in der Landeshauptstadt ihren Rosenmontagszug standesgemäß mit dreifachem Helau.
D’r Zoch kütt!
Gegen 13.30 Uhr stieg die Stimmung am Rathaus, als der „Zoch“ auf den Marktplatz einbog. Von der Zuschauertribüne vorm Rathaus aus schaute auch Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller den Zug-Akteuren zu – verkleidet als Vater Rhein.
Der „Zoch“ setzte sich gegen 12.24 Uhr an der Corneliusstraße in Bewegung und erreichte gegen 13.30 Uhr das Düsseldorfer Rathaus in der Altstadt, wo tausende Jecken auf dem Marktplatz die Hauptdarsteller des Düsseldorfer Karnevals erwarteten.
Rund 11.000 Jecken gingen dieses Jahr beim Zug mit, der insgesamt 124 Wagen und 116 Fußtruppen umfasste. Der Zug wurde von 21 Musikkapellen und sechs Musikwagen begleitet.
Motto-Wagen von Jacques Tilly
Thematischer Höhepunkt des diesjährigen Düsseldorfer Rosenmontagszuges, der unter der Regentschaft des Prinzenpaares Venetia Nicole (Nicole Nothen) und Prinz Marcus I. (Marcus Hülscher) stand, war das Motto „Mer bliewe bunt – ejal wat kütt!“. Zahlreiche Wagen der Karnevalsgesellschaften interpretierten das Motto auf eigene kreative Weise. Die weltweit berühmten Mottowagen wurden – wie in den vergangenen Jahren – von Wagenbaumeister und Künstler Jacques Tilly geschaffen.
Auch in diesem Jahr griff Tilly mit seinen satirischen Wagen wieder verschiedene aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft auf. So setzten sich zum Beispiel gleich mehrere Wagen kritisch mit der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump auseinander.
Auch Russlands Präsident Wladimir Putin war Thema: Weil Jacques Tilly wegen früherer Darstellungen des russischen Präsidenten in Moskau gerichtlich verfolgt wird, reagierte der Düsseldorfer Künstler darauf mit einem eigenen Wagen. Dieser zeigte Putin, der mit einem großen Schwert den Hoppeditz aufspießt. Doch der nimmt es locker, lacht und schlägt den russischen Präsidenten mit der rot-weißen Narrenpritsche auf den Kopf – ein Statement für die Freiheit der Satire.
Ein weiterer Mottowagen thematisierte den öffentlich viel diskutierten Fall um den Investmentbanker und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Jacques Tilly zeigte ihn als Teufel mit großen Flügeln und Hörnern, auf denen zwei seiner Opfer aufgespießt sind. Auf den Flügeln stand die Aufschrift „Alle schützen die Täter! Alle ignorieren die Opfer!“.
Weitere Mottowagen beschäftigten sich unter anderem mit dem Krieg in der Ukraine, steigenden Mieten, der Zukunft der Rente, Handysucht bei Kindern und der AfD.
Der Vorbeimarsch der Karnevalisten dauerte rund drei Stunden. Mehrere hundert Polizisten sicherten den Zug. Für die Besucher gab es am Wegesrand tonnenweise Kamelle.