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PROF. DR. MED. D. BAUMGART ZUM THEMA AUTOFREIE KÖNIGSALLEE

Verkehrsberuhigung Königsallee 08/2020, Memorandum

04.09.2020

Düsseldorf ist eine wunderbare Stadt durch ihre malerische Lage am Rhein und wird auch als
attraktive Einkaufsstadt von vielen Menschen geschätzt. Dieser Stadt geht es seit Jahren
wirtschaftlich gut, weil nicht nur gutes Geld von Menschen in Düsseldorf verdient und ausgegeben
wird, sondern weil Düsseldorf auch ein Magnet für viele Menschen aus dem näheren und ferneren
Umland ist. In den letzten Jahren hat sich Düsseldorf darüber hinaus auch als Anziehungspunkt für
viele internationale Gäste aus dem Ausland entwickelt.

Da verwundert es schon, dass eine der Hauptattraktionen in Düsseldorf, nämlich die wunderschöne
Königsallee, zu einer Fußgängerzone umfunktioniert werden soll. Als einer der Anlieger mit meiner
Arztpraxis sehe ich diese Konzepte und Entwicklungen mit Sorge, da ich nicht weiß, wie meine
Patienten, die vielfach ein fortgeschrittenes Alter haben, zu Fuß über einen längeren Weg in meine
Praxis kommen sollen. Noch schwieriger stelle ich mir den Weg von orthopädischen Patienten mit
Verletzungen der Beine oder der Wirbelsäule vor, die dann kaum noch eine Chance haben, in eine
orthopädischen Praxis zu gelangen. Aber es sind sicherlich nicht nur die Ärzte sondern auch die
Rechtsanwälte und Berater, die einen nicht unerheblichen Kundenverkehr haben und auf eine rasche
bequeme Erreichbarkeit angewiesen sind. Dieses sind sicherlich auch Kriterien, die für den
Einzelhandel und alle Geschäfte auf der Königsallee gelten. Und hier denke ich besonders an die
Kundschaft, die nicht aus Düsseldorf sondern aus dem Umland und auch den Hotels kommt, die nicht
gerade mitten im Stadtzentrum liegen. Diese Menschen bringen viel Wirtschaftskraft und Geld in die
Stadt und sichern dadurch tausende von Arbeitsplätzen.

Konzeptionell finde ich es nicht gerade gelungen, einseitige Planungen vorzulegen, die nur die
Fußgänger berücksichtigen und andere Verkehrsteilnehmer ausgrenzen. Ich würde eher begrüßen,
wenn man ein Konzept erarbeiten würde, welches alle Verkehrsteilnehmer und die Bedürfnisse der
unterschiedlichen Gruppen im Blick hätte und für ein verträgliches Miteinander zum Wohle aller
sorgen würde.

Hier lohnt sich sicherlich auch ein Blick in andere Städte im In- und europäischen Ausland und
möglicherweise auch eine externe Beratung durch erfahrene Verkehrsplaner und Architekten, die
nicht unbedingt aus Düsseldorf kommen müssen. Ich plädiere für eine moderne, weltoffene und
tolerante Innenstadt.

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